Über mich

John
Ich bin im Sommer 1963 in New Jersey in den U.S.A. als ,,Frühchen" auf die Welt gekommen. Eigentlich hätte ich sechs Wochen später das Licht der Welt erblicken sollen, aber weil ich es so eilig hatte - ganz nach dem Motto: ,,Ich bin ein Ami, lass mich hier raus" - musste ich nur bis zum 21. Juli 1963 warten.

Ich kann mich nicht so richtig an diese Zeit erinnern. Aber meine Mutter behauptet, dass ich ein ziemlich nettes Baby war, obwohl ich die ganze Zeit nur geschrien habe.

Meine Kindheit lief relativ normal und unspektakulär ab. Ich spielte Baseball, liebte Hot Dogs und zu einem großen Teller Pommes sagte ich auch ganz selten ,,nein". Ich träumte natürlich, wie viele Kinder mit denen ich aufgewachsen bin, von einer Profibaseballkarriere bei den New York Yankees (vergleichbar mit Bayern München hier in Deutschland).

Nach meiner Schulzeit war ich, laut meiner Eltern, ,,ein bisschen gelangweilt vom Ganzen" und ging deswegen nicht direkt aufs College, sondern zum Militär. Dort diente ich drei Jahre als Fluglotse in der U.S. Navy. Ich kann mich nicht genau daran erinnern, wie oft ich in dieser Zeit ,,Yes Sir!", ,,No Sir!" und ,,I don't know, why I'm an idiot, Sir!" geschrien habe, aber nach den drei Jahren hatte ich sehr stark das Gefühl, dass ich für etwas Neues bereit war und wurde Student.

Am Montclair State College in Upper Montclair, New Jersey, studierte ich Journalismus und Theaterwissenschaft. In diesen Jahren befasste ich mich außerdem sehr genau mit einem jungen Fräulein aus Graz, die ich in meinem dritten Jahr kennen gelernt hatte. Durch sie stieg mein Interesse an Deutsch unaufhörlich, was mich dann als Austauschstudent an die Karl-Franzens-Universität nach Graz, Österreich, führte. Nach Beendigung meines Studiums ging ich zum ersten Mal nach Deutschland, um als Journalist im englischen Programm der Deutschen Welle in Köln zu arbeiten.

Mein erstes Zusammentreffen mit der deutschen Comedy- und Kabarettszene kam einige Jahre später. Ich hatte Dieter Hildebrandt das erste Mal im Fernsehen gesehen und dachte: ,,Hey, I can do that." Kurz darauf folgten erste Auftritte auf kleinen Bühnen, danach kamen die Größeren, und dann Fernsehen. Zuerst Nightwash, WDR , danach ,Star Search, Sat.1 und bald folgten Auftritte bei TV Total, dem Quatsch Comedy Club, der Johannes B. Kerner Show, dem ARD Morgenmagazin, der NDR Talkshow und der ZDF-Kabarettsendung: Die Anstalt.

In meinen Stand-Up-Auftritten rede ich nicht nur über mein Leben als Amerikaner in Deutschland, sondern auch als Vater, Ehemann und Mensch, der ganz zufällig Amerikaner ist und überhaupt nicht zufällig in Deutschland lebt.